Honorarantraege nach 2016(a), die Section-329-Auskunft (statement) auf Official Form B2030 nach 2016(b) und post-konfirmative Leistungen.
An entity seeking interim or final compensation for services, or reimbursement of necessary expenses, from the estate shall file an application setting forth a detailed statement of (1) the services rendered, time expended and expenses incurred, and (2) the amounts requested. ... Fed. R. Bankr. P. 2016(a).
Every attorney for a debtor, whether or not the attorney applies for compensation, shall file and transmit to the United States trustee within 14 days after the order for relief, or at another time as the court may direct, the statement required by Section 329 of the Code including whether the attorney has shared or agreed to share the compensation with any other entity. ... Fed. R. Bankr. P. 2016(b).
Rule 2016 wirkt als zwei verwandte, aber eigenstaendige Auskunftsregime. Unterabsatz (a) regelt Honorarantraege (compensation applications), die jede Fachkraft einreicht, die Zahlung aus der Masse begehrt. Unterabsatz (b) regelt die Auskunft ueber die Anwaltsverguetung (statement of attorney compensation), die jeder Anwalt eines Schuldners einreichen muss, unabhaengig davon, ob der Anwalt eine Verguetung aus der Masse begehrt. Die Section-329-Auskunft wird auf Official Form B2030 eingereicht.
Ein Honorarantrag nach Rule 2016(a) muss mit Substanz die erbrachten Leistungen, den aufgewendeten Zeitanteil, die entstandenen Aufwendungen und die begehrten Betraege ausweisen. Der Antrag ist das operative Instrument fuer die Verguetung nach 11 U.S.C. Section 330. Gerichte bewerten Honorarantraege nach der Lodestar-Methode oder den alternativen Angemessenheitsfaktoren in Section 330(a)(3). Zeiteintraege sollen den Bearbeiter, die Taetigkeit, die Dauer und genug Detail benennen, dass der United States Trustee und das Gericht Erforderlichkeit, Nutzen fuer die Masse und Angemessenheit pruefen koennen.
Viele Distrikte haben Local Rules erlassen, die Zeitfassungsformate, Abrechnungseinheits-Konventionen, untersagte Eintraege (Block-Billing, vage Beschreibungen, Sekretariats-Taetigkeit zu Anwaltssaetzen) und die Offenlegung von Honorarteilungs- oder Vermittlungsabreden vorschreiben. Das United States Trustee Program veroeffentlicht nationale Leitlinien zur Honoraranwendung fuer Chapter-11-Faelle erheblicher Groesse.
Die Section-329-Auskunft auf Form B2030 ist die eidliche Offenlegung des Anwalts ueber:
Der vorformulierte Text des Formulars zaehlt Leistungen auf, die typischerweise in einem Pauschalhonorar enthalten sind (Analyse der finanziellen Situation, Erstellung von Petition und Schedules, Vertretung in der Section-341-Versammlung), und Leistungen, die typischerweise ausgenommen sind (Vertretung in Adversary Proceedings, Reaffirmation-Verhandlungen ueber die erste Pruefung hinaus). Der Anwalt passt das Formular an den tatsaechlichen Mandatsumfang an.
Die erste Auskunft nach Rule 2016(b) ist innerhalb von 14 Tagen nach der Verfahrenseroeffnungsanordnung (order for relief) faellig. Eine ergaenzende Auskunft ist innerhalb von 14 Tagen nach jeder Zahlung oder Honorarvereinbarung, die zuvor nicht offengelegt war, erforderlich. Die Ergaenzungspflicht ist waehrend des gesamten Verfahrens fortlaufend; ein Anwalt, der waehrend des Verfahrens eine zusaetzliche Zahlung vom Schuldner erhaelt, hat ein 14-Tage-Fenster, um eine ergaenzende Form B2030 einzureichen, die diese Zahlung offenlegt.
Eine wiederkehrende praktische Frage ist, ob nach Planbestaetigung erbrachte Leistungen "in connection with the case" im Sinne von Section 329 stehen und daher die Offenlegung nach Rule 2016(b) erfordern. Local Rules in vielen Jurisdiktionen regeln dies direkt. Local Rule 2016-1(E) sieht typischerweise vor, dass eine Verguetung fuer nach Bestaetigung erbrachte Leistungen in Angelegenheiten innerhalb des Mandatsumfangs entweder eine ergaenzende Rule-2016(b)-Auskunft oder einen gesonderten Honorarantrag erfordert, je nach Zahlungsquelle.
Das aus der veroeffentlichten Rechtsprechung abgeleitete Prinzip: Zahlungen an den Schuldneranwalt, die aus dem in der urspruenglichen Form B2030 dokumentierten Mandat stammen, unterliegen der Offenlegungspflicht, unabhaengig davon, ob die Leistungen vor oder nach Bestaetigung erbracht werden. Zahlungen fuer Angelegenheiten vollstaendig ausserhalb des urspruenglichen Mandatsumfangs nicht. Die Abgrenzung ist sachverhaltsabhaengig; die Beweislast dafuer, dass eine Zahlung nicht der Offenlegungspflicht unterliegt, traegt der Anwalt.
Der Anwalt reicht Form B2030 mit der Petition ein und legt die Pauschalverguetung und den Leistungsumfang offen. Vereinbart der Anwalt nach Antragstellung, eine Reaffirmation, ein Adversary Proceeding oder eine Section-522(f)-Motion ausserhalb der urspruenglichen Pauschalverguetung zu bearbeiten, wird innerhalb von 14 Tagen nach der ergaenzenden Vereinbarung eine ergaenzende Form B2030 eingereicht, die die zusaetzliche Verguetung offenlegt.
Der Schuldneranwalt reicht typischerweise sowohl den Rule-2014-Mandatierungsantrag als auch eine Rule-2016(b)-Section-329-Auskunft ein. Nachfolgende Verguetung fliesst ueber periodische Interim-Honorarantraege nach Rule 2016(a), mit einem abschliessenden Honorarantrag bei oder nahe der Bestaetigung. Post-konfirmative Arbeit erfordert in der Regel entweder eine ergaenzende Form B2030 oder einen gesonderten Honorarantrag, je nach oertlicher Praxis.
Section 329(b) ermaechtigt das Gericht, "jede solche Vereinbarung zu annullieren oder die Rueckgabe jeder solchen Zahlung anzuordnen", soweit die Verguetung "den angemessenen Wert solcher Leistungen uebersteigt". Wo der zugrundeliegende Mangel die Nichtoffenlegung statt der Ueberhoehung ist, ordnen Gerichte regelmaessig die Rueckzahlung (disgorgement) nicht offengelegter Zahlungen ohne separate Angemessenheitspruefung an, mit der Begruendung, dass eine nicht offengelegte Zahlung auf einer Aktenlage, die sie nicht enthaelt, nicht als angemessen genehmigt werden koenne. Das Rechtsmittel erfasst sowohl vor- als auch nachantragliche Zahlungen, die offenzulegen gewesen waeren.
Offenlegung geht der Angemessenheit voraus. Die Schwellenfrage in jeder Rule-2016-Pruefung ist, ob die Zahlung ueberhaupt offengelegt wurde. Eine Zahlung, die nicht offengelegt wurde, kommt fuer eine inhaltliche Angemessenheitspruefung nicht in Betracht; das typische Rechtsmittel ist die Rueckzahlung, mit nachfolgender Antragsmoeglichkeit, falls der Anwalt eine Genehmigung tatsaechlich verdienter Verguetung erstrebt.
Zuletzt geaendert 2026-05-23. Diese Seite stellt allgemeine Informationen zu Federal Rule of Bankruptcy Procedure 2016 bereit. Sie stellt keine Rechtsberatung dar.