Der Antrag, die eidliche Verbindungsliste (verified statement of connections), die Feststellung des Nichtbestehens entgegenstehender Interessen und die Massstaebe der Faelle BH&P und Granite Partners zur Vollstaendigkeit der Offenlegung.
An order approving the employment of attorneys, accountants, appraisers, auctioneers, agents, or other professionals pursuant to Section 327, Section 1103, or Section 1114 of the Code shall be made only on application of the trustee or committee. The application shall be filed and, unless the case is a chapter 9 municipality case, a copy of the application shall be transmitted by the applicant to the United States trustee. The application shall state the specific facts showing the necessity for the employment, the name of the person to be employed, the reasons for the selection, the professional services to be rendered, any proposed arrangement for compensation, and, to the best of the applicant's knowledge, all of the person's connections with the debtor, creditors, any other party in interest, their respective attorneys and accountants, the United States trustee, or any person employed in the office of the United States trustee. Fed. R. Bankr. P. 2014(a).
Rule 2014 verlangt zwei Dokumente zur Stuetzung einer Anordnung zur Genehmigung der Anstellung einer Fachkraft:
Die eidliche Erklaerung ist der verfahrensrechtliche Mechanismus, durch den das Insolvenzgericht beurteilt, ob die vorgesehene Fachkraft die Anforderungen an eine "disinterested person" (unbeteiligte Person) und das Erfordernis "no adverse interest" (kein entgegenstehendes Interesse) nach 11 U.S.C. Section 327(a) erfuellt.
11 U.S.C. Section 327(a) erlaubt dem Treuhaender, mit Genehmigung des Gerichts Fachkraefte zu beschaeftigen, "die kein der Masse entgegenstehendes Interesse halten oder vertreten und die unbeteiligte Personen sind". Die beiden Prongs sind voneinander unabhaengig:
Fuer Chapter-11-Faelle sieht Section 327(c) vor, dass die Vertretung eines Glaeubigers fuer sich allein noch keinen Disqualifikationsgrund darstellt; ein Einspruch eines Glaeubigers oder des United States Trustee kann jedoch das Gericht dazu zwingen, die Anstellung zu versagen, wenn ein tatsaechlicher Interessenkonflikt besteht.
Die eidliche Erklaerung muss "alle Verbindungen" (all connections) der Person mit den genannten Kategorien offenlegen. Die Pflicht ist weit und wird im Hinblick auf den Zweck der Vorschrift ausgelegt: dem Gericht und dem United States Trustee die Information zu geben, die fuer die Beurteilung der Unbeteiligtheit und entgegenstehender Interessen erforderlich ist. Die fuehrenden Faelle zur Vollstaendigkeit der Offenlegung sind In re BH&P, Inc., 949 F.2d 1300 (3d Cir. 1991), und In re Granite Partners, L.P., 219 B.R. 22 (Bankr. S.D.N.Y. 1998).
In BH&P betonte das Third Circuit, dass die Offenlegungspflicht nach Rule 2014 "fortlaufend" (ongoing) ist und nicht mit einem einzigen Antrag im Zeitpunkt der Mandatierung erfuellt ist. Verbindungen, die nach der urspruenglichen Mandatierung entstehen oder erkennbar werden, muessen ergaenzend offengelegt werden. Das Gericht verwarf das Argument, nur solche Verbindungen muessten offengelegt werden, die die Fachkraft fuer materiell halte: Die Bestimmung der Materialitaet sei Sache des Gerichts, nicht der Fachkraft. Die Aufgabe der Fachkraft sei die Offenlegung; die Aufgabe des Gerichts die Bewertung.
In Granite Partners hat das Insolvenzgericht fuer den Southern District of New York die BH&P-Pflicht weiter ausgearbeitet und den weithin uebernommenen Standard formuliert: Die Fachkraft muss jede "Verbindung" (connection) - der Begriff wird weit gelesen - offenlegen und darf sich nicht im Wege des "Self-Screening" anmassen, selbst zu entscheiden, welche Verbindungen offenlegungspflichtig sind. Eine "Verbindung" umfasse jede Beziehung, die objektiv betrachtet vernuenftigerweise Anlass zu einer Frage nach der Unbeteiligtheit oder dem potentiellen entgegenstehenden Interesse der Fachkraft geben koenne, auch wenn die Fachkraft subjektiv ueberzeugt sei, dass kein tatsaechlicher Konflikt bestehe.
Die eidliche Erklaerung legt typischerweise mindestens offen:
Grosse Kanzleien fuehren typischerweise Konfliktpruefungs-Datenbanken (conflict-check databases) gegen die Parteienliste des Falles (Glaeubiger, Eigenkapitalinhaber, Fachkraefte usw.) ab und legen die Ergebnisse in der eidlichen Erklaerung offen. Die Offenlegung sollte die Suchmethodik, die durchsuchten Parteien und etwaige Treffer beschreiben sowie erlaeutern, warum jeder Treffer (sofern vorhanden) ein entgegenstehendes Interesse darstellt oder nicht.
Die Pflicht nach Rule 2014 ist mit der ersten eidlichen Erklaerung nicht erfuellt. Sowohl BH&P als auch Granite Partners stellen fest, dass die Fachkraft eine fortlaufende Pflicht zur Ergaenzung der Offenlegung hat, sobald neue Verbindungen bekannt werden. Haeufige Ausloeser fuer ergaenzende Offenlegung sind:
Die Folgen einer unzureichenden Offenlegung nach Rule 2014 koennen erheblich sein und sind Gegenstand umfangreicher veroeffentlichter Rechtsprechung. Verfuegbare Sanktionen und Rechtsmittel sind unter anderem:
Am ersten oder zweiten Tag eines Chapter-11-Verfahrens reicht der Debtor in Possession einen Antrag zur Anstellung eines Insolvenzanwalts nach Section 327(a) ein, dem eine eidliche Erklaerung des Anwalts beiliegt, die die Ergebnisse einer umfassenden Konfliktpruefung gegen die in der Petition, der Top-20-Glaeubigerliste und den ersten Schedules genannten Parteien offenlegt. Der Antrag schlaegt Verguetung nach Section 330 und Section 331 vor und beantragt eine Anordnung zur Genehmigung der Anstellung.
Nach Einreichung geaenderter Schedules und Aufnahme zuvor nicht aufgefuehrter Glaeubiger reicht der Anwalt eine ergaenzende eidliche Erklaerung ein, die neu erkannte Verbindungen mit den im Aenderungsstand hinzugekommenen Glaeubigern offenlegt, erlaeutert, warum jede Verbindung ein entgegenstehendes Interesse darstellt oder nicht, und die fortbestehende Berechtigung nach Section 327(a) bestaetigt.
Rule 2014 ist die wichtigste verfahrensrechtliche Vorschrift fuer die Anstellung von Fachkraeften in Insolvenzfaellen. Die eidliche Erklaerung ist das Dokument, auf das sich das Gericht zur Genehmigung der Anstellung stuetzt; ihre Richtigkeit und Vollstaendigkeit ist das Fundament jeder nachfolgenden Honorarbewilligung. Praktiker, die die Offenlegung nach Rule 2014 als reine Kanzleiroutine statt als materielle berufsrechtliche Verpflichtung behandeln, setzen sich Disgorgement, Disqualifikation und disziplinarischer Verweisung aus - Folgen, die selbst in Faellen verhaengt wurden, in denen der zugrundeliegende Konflikt rueckblickend fuer das Verfahrensergebnis unwesentlich war.
Erst offenlegen; dann charakterisieren. Aufgabe der Fachkraft nach Rule 2014 ist es, jede "Verbindung" im weiten Sinne der Vorschrift offenzulegen. Aufgabe des Gerichts (und des United States Trustee, der Mandatierungsantraege im Standardgeschaeft prueft) ist es, zu beurteilen, ob die offengelegten Verbindungen ein disqualifizierendes entgegenstehendes Interesse begruenden. Eine Fachkraft, die Verbindungen im Wege des "Self-Screening" aus der eidlichen Erklaerung filtert, hat ihre eigene Beurteilung an die Stelle des Gerichts gesetzt und die Vorschrift selbst dann verletzt, wenn kein tatsaechlicher Konflikt bestand.
Zuletzt geaendert 2026-05-23. Diese Seite stellt allgemeine Informationen zu Federal Rule of Bankruptcy Procedure 2014 bereit. Sie stellt keine Rechtsberatung dar.